Archiv der Kategorie: %s Organisationsentwicklung

VonChristoph Standfest

Konflikte in Familienunternehmen

Familienkonflikte

Müssen Konflikte in Familienunternehmen zwangsläufig in Katastrophen enden?

Die Menschheitsgeschichte prägten schon von jeher gewisse „Klassiker“ von Konflikten. Ob nach den Aufzeichnungen in der griechischen Mythologie oder in der Bibel, es waren stets Konflikte zwischen Vätern und Söhnen, zwischen Geschwistern, zwischen Gefühl und Verstand, zwischen Treue und Verrat oder zwischen Loyalität und Egoismus. Sie kamen, folgt man der Literatur, in den besten Familien vor.

Konflikte in Familienunternehmen

Konflikte in Familienunternehmen führen zur Beschädigung des gemeinsamen Interesses. Diese Konflikte werden zum Einfallstor für individual Interessen und fördern somit die Entfremdung. Die Neigung von Unternehmerfamilien, Konflikte zu übersehen oder im schlimmsten Fall zu tabuisieren, birgt die Gefahr der Blindheit gegenüber den entstehenden Risiken. Wenn Familien versagen, dann versagen sie in diesem Punkt.

 Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich. Leo Tolstoi in seinem Buch „Anna Karenina“

Daraus lässt sich ableiten, dass emotionale Verletzungen aus der Vergangenheit, welche nicht ausreichend aufgelöst wurden, zu unglücklichen Familien führen. Ein Faktor kann ausreichen, um das Zusammenleben in Zukunft zu belasten. Es entsteht unter anderem der NEG-Virus, welcher in den Anfangsbuchstaben für Neid, Eifersucht und Gier sowie ungelöste Probleme und offene Rechnungen steht.

Liebe, Treue, Bindung und Loyalität gelten in Familien als Währung, es besteht zwar kein Verlangen nach monetärer Kompensation, ein Auf-, bzw. Abrechnen ist jedoch zu erwarten. Dieses Verlangen ist dem eigenen Gerechtigkeitsverständnis geschuldet. Innere Konten, gefüllt mit erbrachten Leistungen, harren in der Bilanzierung auf Ausgleich. Wird dem Drang zum Ausgleich der inneren Konten über einen längeren Zeitraum nicht stattgegeben, so kommt es zu hoch emotionalen und oft destruktiven Formen des Ausgleichs.

Aussitzen als Lösung?

Ein weiser Lehrer deutete auf die Wand hinter sich und fragte seinen Schüler „Was siehst du?“ Dieser betrachtete die Wand und antwortete schließlich „Einen schwarzen Punkt.“ Der Lehrer gab zur Antwort „Den kleinen Makel, den winzigen schwarzen Punkt, den siehst du. Ihm schenkst du deine Aufmerksamkeit, deine Zeit und Energie. Die große weiße Wand jedoch, die siehst du nicht.“

Diese verengte Wahrnehmung führt in Familienunternehmen oftmals zu Katastrophen. Oft erscheint das Handeln der einzelnen Akteure für Außenstehende nicht nachvollziehbar und kaum begreiflich. Die handelnden Familienangehörigen neigen in ihrer Betriebsblindheit dazu, den Konflikt zu personalisieren und nicht auf die wahren Ursachen zu richten. Diese Personalisierung verdeckt die Sachthemen und somit verschwindet auch die Grundlage der rationalen Verständigung. Daher neigen Familienunternehmen zum „kalten Krieg“ des Aussitzens von Konflikten.

Ein Ausbrechen des Konfliktes zu einem heißen Krieg wird um jeden Preis vermieden. Doch das Aussitzen von Problemen führt zu nichts und ist, für jedes Unternehmen, hochgradig gefährlich.

 

 

Mehr Information
  • Baus, K. (2016). Die Familienstrategie. Wie Familien ihr Unternehmen über Generationen sichern. 5. überarb.erw.Aufl. Wiesbaden: Springer Gabler
  • von Bassewitz, U. (2017). Erfolgreiche Unternehmensnachfolge. Den Übergang persönlich und unternehmerisch meistern. . Wiesbaden: Springer Gabler
  • Großmann, S. (2014). Konflikte und Krisen in Familienunternehmen. Eine Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Konflikten in Familie und Unternehmen und dem Untergang von Familienunternehmen. (Bd. 14. Wittener Schriften zu Familienunternehmen). Göttingen: V&R unipress.
VonChristoph Standfest

Fast Forward

Fast Forward

Die Chancen und Risiken der Erste zu sein. Fast Forward – Silikon Valley lässt grüßen.

Der Trend alles aus dem Silikon Valley zu heroisieren und als non plus Ultra zu stilisieren birgt ohne Hinterfragung und Adaptierung an die jeweilige Kultur immense Sprengkraft. „Fast Forward“, „Holocracy“, oder „Hire Slow, Fire Fast“, um nur einige wenige zu nennen, werden als Allheilmittel angepriesen und im Zuge der Digitalisierungswelle als „must have“ verkauft.

Den Käse frisst die zweite Maus

Aber was, wenn Sie kein hemdsärmeliges Startup sondern ein etabliertes mittelständisches Unternehmen sind? Wie werden es Ihre Kunden guttieren, falls sie mit unfertigen Produkten auf dem Markt erscheinen? Können Sie den gewohnten Standard halten?

Achtung!

Für die dritte Maus ist der Käse schon weniger und die vierte Maus geht leer aus!

Vorreiter Unternehmen balancieren auf diesem schmalen Grad. Verbinden Sie das Etablierte mit dem Neuen. Ergänzen Sie Ihr Kerngeschäft und schaffen Sie neue Möglichkeiten in Form von digitalen Services und Produkten. Bleiben Sie „Connected„! 

Schaffen Sie sich Möglichkeiten um Produkte oder Ideen testen zu können, somit haben Ihre Ideen Zeit in einem geschütztem Umfeld zu gedeihen. Oder ohne größeren Schaden angerichtet zu haben, verworfen zu werden.

Die Menge machts?

Wer mehr Ideen produziert hat, hat auch mehr Erfolg. Die Komponisten Mozart, Beethoven oder Bach haben in Ihrem Leben jeweils mehr als 500 Kompositionen erschaffen die Besten sind uns in Erinnerung geblieben. Wer mehr produziert, produziert auch zwangsläufig viel Mist, jedoch ist die Chance den Hauptpreis zu treffen ungleich höher. 

Die Frage die sich hier zwangsläufig stellt: „Lernen wir so schnell wie sich die Welt da draußen verändert?

Ein kleines Gedankenexperiment

Setzen Sie sich mit Ihren Führungskräften eine Stunde lang an einen Tisch und stellen Sie die Aufgabe: „Kill your Company!
Keine Angst, dass soll nur die Sichtweise ändern. Stellen Sie sich vor, Sie wären Ihr Konkurrent. Was würden Sie und Ihre Mitarbeiter tun? Wo würden Sie ansetzen?
Veranstalten Sie dieses Experiment einmal im Quartal und Sie werden alle Ihre Schwachstellen im Unternehmen aufdecken.

VonChristoph Standfest

DER KOBRA-EFFEKT

Der Kobra-Effekt oder Verschlimmbesserung

Der Kobra-Effekt beschreibt, wie Maßnahmen ein bestimmtes Problem verschlimmern ohne es zu lösen. Eine Erklärung anhand eines Beispiels im B2B Vertrieb.

Kobra-Effekt

Woher stammt der Begriff

Der Kobra-Effekt ist ein historisches Phänomen. Seinen Namen bezieht der Effekt einer Eskalation aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft in Indien. Damals herrschte im Land eine fürchterliche Schlangenplage, woraufhin der britische Gouverneur ein Kopfgeld auf jede erlegte Kobra aussetzte.

Zunächst ging das gut: Die Inder gingen auf Schlangenjagd, vor allem Kobras, deren Zahl dezimierte sich rapide.

Bis der Markt erkannte das es wesentlich lukrativer ist, die Kobras erst zu züchten, um sie anschließend zu enthaupten und für die Kadaver abzukassieren. Dieses Geschäftsmodell war äußerst lukrativ und verbreitete sich dadurch auch rasend schnell. (Effekt Nummer eins)
Doch als der Trick aufflog, wurde die Prämie natürlich sofort abgeschafft. Also ließen die Leute alle Kobras, die sie noch besaßen, wieder frei. Wohin auch mit so vielen Giftschlangen?

Es kam, wie es kommen musste: Es gab eine erneute Schlangenplage – nur war die noch viel schlimmer als jene zuvor. (Effekt Nummer zwei)

Das Gegenteil von gut ist gut gemeintKurt Tucholsky

Kobra-Effekt in der Praxis

Ein mittelständisches Unternehmen, im B2B Vertrieb, möchte ein Projekt zur Neukundengewinnung starten. Zu diesem Grund wird eine zusätzliche Provision für Neukunden ins Leben gerufen. Dieser neue höhere Provisionssatz gilt für alle, ab dem Zeitpunkt der Einführung, geschlossenen Verkäufe des neuen Handelspartners.

Effekt Nummer eins

Es dauert nicht lange, so sind alle Vertriebsmitarbeiter auf Neukundenfang eingestellt. Mit dem Effekt der Vernachlässigung der bestehenden Handelspartner. Die „alten“ Handelspartner wenden sich, auf Grund der schlechteren Betreuung, vermehrt dem Mitbewerber zu.

Gut Gemeint

Die Geschäftsleitung erkennt Ihren Irrtum, und beschließt ihren Irrtum zu korrigieren. Es tritt ab sofort eine neue Regelung in Kraft welche die zusätzliche Provision auf das erste Jahr der neuen Handelspartnerschaft beschränkt.

Effekt Nummer zwei

Doch der gewünschte Effekt den Anreiz zu minimieren tritt nicht ein. Im Gegenteil, der Effekt verschlimmert sich! Anstatt die Bestandskunden wieder mehr zu betreuen, erhöht sich die Schlagzahl der Akquirierung von Neukunden noch. Die Halbwertszeit der Provision hat sich mit dieser Maßnahme der Geschäftsleitung dramatisch verringert und somit den Prozess noch mehr angeheizt.

Ist Ihnen der Kobra-Effekt auch schon begegnet? Hinterfragen Sie Ihre Anweisungen, oder lassen Sie es zu, dass andere Ihre Anweisungen hinterfragen?  Denn Achtung die Kobra liegt auf der Lauer!

 

Mehr Information
  • Der Kobra-Effekt, Horst Siebert, München, Piper, 2003.
VonChristoph Standfest

AUSWEGLOSE SITUATION?

love it, change it or leave it

Ein wichtiges „Tool“ im Selbstmanagement für scheinbar ausweglose Situationen.

Love it, Change it, Leave it Wegweiser

Sie sind mit einer Situation in Ihrem Leben (beruflich oder privat) nicht zufrieden? Mit einem verhalten einer Person, oder mit einem Team? Sie sind verärgert, unglücklich? Sie warten auf Entscheidungen von Ihrem Chef?

Gut, Sie fühlen sich also als Opfer! Langes lamentieren, weinen, trotzen, schreien bis jemand kommt und Ihnen aus der Patsche hilft, dass funktioniert höchstens bis Sie Ihre Volljährigkeit erhalten. Wollen Sie wirklich was verändern, so sind Sie auf sich allein gestellt.

Hilf dir selbst, so hilft die Gott. Klick um zu Tweeten

 

Wirklich glückliche Menschen werden selbst aktiv, hier hilft die LCL Methode.

 

Erster Schritt „love it“

Oft sind wir in unserem Unglück so gefangen, dass wir nur noch negative Aspekte erkennen. Wie viel von der Situation ist für Sie vollkommen in Ordnung, sind es 50, 60 oder gar 80 Prozent? Es hat keinen Sinn die Opferrolle zu spielen, vielleicht erhaschen Sie ein wenig Aufmerksamkeit, aber auch das wird Ihnen nicht weiterhelfen. Womöglich ist diese Situation, bei Betrachtung aller Fakten, gar nicht so schlimm wie Sie dachten?

Stellen Sie sich hierzu ein paar Fragen
  • Was kann ich daraus lernen?
  • Inwiefern macht mich diese Herausforderung zu einem besseren Menschen?
  • Was würde ich vielleicht sogar vermissen, wenn ich die Situation verlasse, also zum Beispiel meinen Job kündige?
  • Welche positiven Aspekte habe ich aus dem Blick verloren?
  • Wofür kann ich dankbar sein?
  • Gibt es nur negative oder vielleicht auch positive Seiten?

Die alles entscheidende Frage: „Kann ich die Herausforderung lieben lernen?“
-JA!  Et voilà Ihr Problem hat sich gerade in Luft aufgelöst!
-NEIN! Gut dann ab zu Schritt zwei, aber Vorsicht stellen Sie sich vorher die „Wetter“ Kontrollfrage.

Probleme welche man auf keinen Fall lösen kann, werden auch „Wetterprobleme“ genannt. Es hat keinen Sinn, seine ganze Energie zu verwenden damit das Wetter am Wochenende schön ist. Sinnvoller ist es die Kleidung und Aktivitäten nach dem Wetter auszurichten.

Change it!

Verändern Sie die Situation und packen Sie es an! Nur weil Sie die Situation nicht lieben können heißt das noch lange nicht, dass Sie gleich davonlaufen müssen.

Diese Fragen sollten Sie bei diesem Schritt beachten:
  • Was genau stört mich an der Situation?
  • Ist es möglich, das Problem dementsprechend zu ändern, dass ich es lieben lernen kann?
  • Wie kann ich sie zum Positiven verändern?
  • Was wäre notwendig, damit ich die Situation lieben lernen kann – oder sie mir zumindest gleichgültig wird?
  • Inwiefern muss ich hierfür etwas an mir selbst ändern?
  • Welche Veränderungen wären im „Außen“ notwendig?
  • Und sind diese Maßnahmen realistisch?
  • Wann und wie könnte ich den „Change“ anpacken?

Setzten Sie sich eine Frist bis zu welchem Zeitpunkt Sie diese positiven Veränderungen umsetzen möchten. Bleibt die Situation, über das Zeitfenster hinaus, ohne ein für Sie befriedigendes Ergebnis so bleibt Ihnen immer noch die dritte Option.

Leave it!

Verlassen Sie diese Situation, trennen Sie sich, treten Sie aus, suchen Sie sich etwas Neues, gehen Sie woanders hin,…
Gefährden Sie nicht Ihre Gesundheit und vergeuden Sie nicht Ihr Leben mit dem was Sie nicht wollen und auch nicht ändern können. Bauen Sie sich eine neue, bessere Lebenssituation auf!

„Gott schenke mir den Mut zu ändern, was zu ändern ist. Gott schenke mir die Demut, das hinzunehmen, was nicht zu ändern ist.
Und Gott schenke mir die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden. “ Gelassenheitsgebet Hl. Franz von Assisis

 

Mehr Information
VonChristoph Standfest

ANTI-AGING

Wenn Firmen Altern

Nein, nicht nur die demographische Entwicklung eines Unternehmens auch die Organisation als solche ist einem Alterungsprozess ausgesetzt.

Veränderung als anti aging

 

Oft trifft es Firmen welche Jahrelang überaus erfolgreich am Markt reüssierten. Es klingt zwar alt hergebracht, aber Erfolg macht träge. Warum sollen wir was ändern, es hat doch immer funktioniert? Unsere Kunden sind seit jeher… , wir haben immer schon… , man hört eindeutig die Zeitkomponente. Jede Organisation sollte sich in einem Abstand von einem Jahr einmal die Frage stellen: Warum gibt es uns überhaupt? – Wegen den Bedürfnissen unserer Kunden, welche wir mit unseren Leistungen begeistern?

Vorsicht, das ist zwar eine einfache Frage, kann aber unter Umständen zu größeren Diskussionen führen. Denn was tun, wenn sich die Bedürfnisse der Kunden ändern? Die Komfortzone verlassen? So schlimm wird es schon nicht sein. Das gibt sich wieder. JA? Wirklich? Willkommen im Alterungsprozess!

Wir haben die perfekten Lösungen, nur leider keine Kunden mit den passenden Problemen. Klick um zu Tweeten

Sind wir einmal in der Alterungsspirale gefangen, wird es mit der Fortdauer, immer schwieriger aus dieser auch wieder zu entkommen. Das Hinterlistige an dieser Sache sind unsere Ängste die uns hindern Entscheidungen zu treffen. Je länger wir warten desto schmerzhafter sind die Entscheidungen und desto größer werden unsere Ängste. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem uns der Leidensdruck (BANK) eine Entscheidung aufzwingt. Gerade rechtzeitig oder auch zu spät.

Warum tun wir das, was wir tun, überhaupt?
Warum tun wir dies genau so, wie wir es tun – warum nicht ganz anders?

Diese Fragen klingen simpel, haben es aber in sich. Denn sollten wir zu dem Schluss kommen, das wir uns neu auszurichten haben, verändert das meistens alles. Und gerade vor diesem ALLES haben wir so schrecklich Angst. Unsere Ziele, Strategien, das Verhalten der gesamten Organisation, das alles wäre unter Umständen einer Veränderung zu unterziehen. Wollen wir das wirklich? Können wir das nicht irgendwie aussitzen? Leider NEIN! Veränderung ist angesagt!

Time for change!